Sa.30.04.2011

Zum Frühstück um 7 Uhr gibts Instantkaffee, Tee, Omeletts und Marmelade. Danach von Raoul verabschiedet. Sabina bringt uns zum Hafen runter. Es geht eine Std. hinüber auf die Nachbarinsel Taquile. Vom Hafen Berg rauf, wieder nix Straße; Fußweg. Blumen, Vögel, Terrasssenfelder, Hütten. Keuchend kommen wir im Ort oben auf dem Berg an. Wieder tolle Aussicht bei wolkenlosem Himmel. Mittagessen mit Kartoffelsuppe, Kartoffeln, Reis, Titicacafisch und Cocatee. Dann 500 Steinstufen steil bergab. Nix gut für Kniegelenke, oder bin ich vielleicht doch zu fett? Oder hätte ich doch 2 Ltr. von dem Cocatee zur Betäubung trinken sollen? Rückfahrt mit unserem „Schnellboot“ in 3 1/2 Std, dann wieder ins Puno Plaza Hotel. Heute Abend gibt es definitiv KEINE Kartoffelsuppe, keine Kartoffeln, kein…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fr. 29.04.2011

Gutes Frühstücksbuffet im Hotel. Abholung um 7:50 Uhr zum Hafen von Puno. Umsteigen in einen alten Holzkahn mit 20 weiteren Tourteilnehmern. Ablegen und los gehts mit 12km/h zuerst mal ein paar Kilometer raus zu dem schwimmenden Dorf der Uros. Aus Schilf gebaute und miteinander verbundenen Inseln, auf denen mehrere Tausend Uros heute noch in Schilfhütten leben. Der Aufbau der Schilfinseln wird gut von unserem Guide und einem Uro erklärt. Danach wird noch etwas Handwerkskunst verkauft. Dort gibt es auch die einzigen Bootsbauer, welche noch die Schilfboote herstellen können(guggst Du „Ra2“ und „Thor Heyerdahl“). Danach 3 Std. weitertuckern zur Insel Amantani. Dort werden Marion und ich einer einheimischen Familie zugeteilt, bei welcher wir heute abends übernachten. Die Mama, Sabina bringt uns in Ihr „Anwesen“. Raol, ihr Mann und die drei Kinder Ronald, Jesser und die Tochter … erwarten uns. Ein paar Lehmhütten mit Blechdach, Türen, die uns bis zur Brust reichen und ein paar Felder ringsherum – das ist alles. Fast kein Licht und keinen Strom aus der Steckdose. Ein paar Solarpanels laden ein paar Autobatterien auf. An unserer Zimmerdecke hängt eine lose Bremslichtbirne. Kein Bad, kein Waschbecken kein TV oder Radio. Natürlich auch kein Internet oder PC. Neben der Küche gibt es einen Wasserhahn im Freien. Ein Bañjo (WC mit Wassereimer daneben zum Spülen) steht im Garten. Heizung – negativ. Mann sind wir verwöhnt. Aber die 5köpfige Familie plus die Oma scheinen hier glücklich zu sein. Auf der ganzen Insel, eigentlich ein 300m hoher und ein paar km langer/breiter Berg, der aus dem Titicacasee ragt, keine Straße und kein einziges Fahrzeug. Nur Kühe Esel, Schafe und ein paar Hühner. Auf den angelegten Terrassen werden Kartoffeln, Mais, Gemüse und Getreide angebaut. Unsere „Mama“ bereitet uns ein Mittagessen aus Kartoffelsuppe, Reis, Süßkartoffeln, normalen Kartoffeln und einem Stück Fisch zu. Dazu gibt es Tee eines Kräuterstrauches, ähnlich Melisse mit Zitrone. Um den Sonnenuntergang erleben zu können, müssen wir irgendwie den Berg hoch. Taxi – achso, gibts ja nicht. 300 Höhenmeter – eigentlich ein Klacks – nur nicht wenn man auf über 3800m mit dem Aufstieg über den steilen, steinigen Weg beginnt. Der Sonnenuntergang mit Rundumblick über den Titicacasee entschädigt für die Strapazen. Auf den Mount Everest kommt man auch nicht mit der Seilbahn. Wer was erleben will, muss auch Mühen und Entbehrungen auf sich nehmen. Abendessen bei der Familie, Reis, Erbsen, Nudeln, Tee. Um 20:30 Uhr dann noch bei stockfinsterer Nacht, aber unglaublichem Sternenhimmel (die Milliarden Sterne der Milchstraße kannst du hier einzeln zählen) zum „Gemeindesaal“. Wir werden zuvor von unserer Gastfamilie in einheimische Tracht gehüllt (nein, es gibt hier keine Bilder-vielleicht zu Hause). Eine ca 300m2 große Halle mit Schotterboden und ZWEI kaltweißen Stromsparbirnen. Folkoretanzveranstaltung mit den Einheimischen ist angesagt. Eine Flöten, Trommel und Gitarrenband spielt live und natürlich ohne Strom. Gegen 23 Uhr mit Taschenlampen und unseren Gasteltern zurück in unsere Unterkunft. Das waren mal wieder einige Highligts an diesem Tag.

Do. 28.04.2011

Gestern von Millimeter kleinen Mistviechern im Urwald ordentlich zusammengestochen worden. Nichts gemerkt. Heute erst Beulen an Armen und Beinen. Mit dem Taxi für 10 Bs. Zum Bus Terminal. Voucher in Busticket tauschen. Alles ziemlich unkoordiniert hier. Abfahrt um 8 Uhr in Richtung Puno/Peru. In Desaguadero über die Grenze nach Peru. Lange Schlange bei der Einreisestelle. Uhren wieder um eine Stunde zurückstellen. Um 13 Uhr Peru-Zeit Ankunft in der 120.000 Einwohner Stadt Puno. Taxi vom Busterminal zum Puno Plaza Hotel direkt im Zentrum 3 Soles. Stadtbummel, schöne Wollpullover/-Jacken mit peruanischen Mustern, Kaffee trinken, Abendessen – ein unspektakulärer Tag ohne Highlights und ohne Fotos.

Mi. 27.04.2011

3345 m Höhenunterschied auf 64 km bergabwärts mit dem Mountainbike auf der „Todesstraße“ – das ist des Rätsels Lösung. Von La Paz gings früh morgens mit 6 weiteren Verrückten, einem Tourguide und dem Minibusfahrer rauf auf den La Cumbre Pass auf 4640 m. Von dort ab mit dem Mountainbike bei eisiger Kälte und Nebel erstmal ca. 20 km die geteerte Straße bergab. Dann abzweigen auf die alte „Deathroad“. Diese ist unbefestigt und nur ein paar Meter breit. Auf einer Seite fast senkrechter, urwaldähnlich bewachsener Berghang, auf der anderen Seite 600 m senkrecht hinunter. Bromelien, unzählige Farnarten, Orchideen, Flechten, Moose gedeihen hier prächtig durch das herabtropfende (herabstürzende) Wasser. Unbeschreiblich schön, nur nicht unter dem Fahren betrachten, sonst steht wahrscheinlich ein Kreuz mehr am Berghang. Unser Guide sagt, dass hier bis zur Vollendung der neuen Straße vor 5 Jahren mehrere Tausend in den Tod gestürzt sind. Alle unsere Bikes sind mit sehr guten Scheibenbremsen ausgestattet. Die Temperatur steigt von +-0 Grad auf über 25 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit an. Bei 1295 m sind wir im Tal angekommen. Fahrräder aufladen und die neue, geteerte Straße fast 100 km bergauf bis nach La Paz mit dem keuchenden Toyota Bus zurück. That´s Adventure! Marion hat sich lieber für Entspannung in La Paz bei Cappucino und Kuchen entschieden. Fotos habe ich aufgrund des relativ feuchten Wetters wenige gemacht. Der Tourbusfahrer hat jedoch einige gemacht, welche wir am Ende auf CD bekamen.

Di. 26.04.2011

Nach dem ordentlichem Frühstücksbuffet im Hostal irren wir erstmal in der völlig unübersichtlichen Stadt umher. Durch das Rauf und Runter in den engen Straßenschluchen hat man keine Fixpunkte zu Orientierung. Schließlich nehmen wir für 15 Bs ein Taxi zum Aussichtspunkt (Mirador) Killi Killi auf 3720 m. Phantastischer Blick über große Teile der Stadt. Weiter mit dem Taxi zum Plaza de Murillo. Um diesen Platz sind die Kathedrale, Museen und verschiedene Regierungspaläste angeordnet. Über die Fußgängerzone geht es ohne Taxi kreuz und quer zurück zum Hostal. Abends in eine nahegelegene Pizzeria. Für morgen gibt es noch einen kleinen Hinweis: 3345 m – viel Spaß beim googeln – ist nicht so schwer.

Mo. 25.04.2011

Nach einem kleinen Nickerchen (haben im Bus ja aufgrund der Rüttelstrecke nicht so gut geschlafen) dann mal zur Stadttour aufgebrochen. Also, unser Hostal Naira liegt ziemlich weit unten in dem Tal auf knapp über 3600 m. Wir müssen also zuerst immer rauf. Und das ist richtig steil. Nach ein paar Straßenzügen hat man die Orientierung verloren. GPS sei Dank finden wir wieder zurück. Unterwegs lauter Straßenmärkte und ein Geschäft neben dem anderen. Bei einem Ananas-Smoothy von der Anstrengung erholt und im „Höhenrausch“ was Verrücktes gebucht. Dazu aber mehr am Mittwoch. Abends bolivianisch Essen. Finde die Stadt nicht so toll, deshalb gibt´s erst morgen ein paar Fotos.

So. 24.04.2011

Frühstück im Hotel, Abfahrt um 10 Uhr mit den Jeeps in den größten Salzsee der Welt „Salar de Uyuni“. Das Gepäck lassen wir bis zum Nachmittag im Hotel zurück. Zuerst zu einem „Eisenbahn Friedhof“ wo alte Züge stilvoll verrosten dürfen. Anschließend zu einem kleinen Dorf am Rande des Salzsee´s wo das Salz getrocknet, verarbeitet und verladen wird. Dann über den Salzsee, wo teilweise 20-30 Zentimeter hoch das Wasser über dem Salz steht. Inmitten des „Salar“ ein Hotel aus Salzsteinen, wo wir am Jeep Mittagessen, welches der Fahrer aus Uyuni mitgenommen hat. Jeder macht lustige Fotos im Salz. Die Fahrt zu einer der beiden, mit großen Kakteen bewachsenen Inseln musste aufgrund von zu tiefem Wasser dorthin ausfallen.Danach zurück zum Hotel und warten auf den Nachtbus um 20 Uhr nach La Paz – nein, es ist nicht der auf dem Foto. Für uns wurde Luxusbus gebucht mit Abendessen und Sitzen, welche man fast waagrecht stellen kann. Die ersten paar hundert km war auf der unbefestigten Holperstrecke an Schlafen eher weniger zu denken. Teerstraßen gibt es in Bolivien nicht so viele. Erst als wir auf der geteerten 1er sind, wirds ruhiger. Ankunft in La Paz pünktlich um 6:30 Uhr. Mit dem Taxi zum Hotel (15 Bolivianos=1,50 Euro). Dort Frühstücksbuffet für 25 Bol. p/P, da wir erst um 10 Uhr einchecken können.

Sa. 23.04.2011

Gegen 8 Uhr gibt es entsprechend der Lage mitten in der Wüste ein sehr einfaches Frühstück. Danach Abfahrt. Der erste Stop bei einer Steinformation mit einem Stein, welcher wie ein Baum aussieht. Danach noch Stops bei zwei Lagunen. Dann runter auf 3600 m in eine schier endlose Ebene. Fast nur geradeaus auf der staubigen Schotterstrecke. Voll langweilig. Mittagessen in einem staubigen Dorf, platten Reifen wechseln, weiter bis zu der kleinen Stadt Uyuni, einchecken in einem 0 bis minus 1 Sterne Hotel, Abendessen in einem Restaurant. Das wars für heute. Marion geht es bei dieser Höhe (fast) wieder gut.

Fr. 22.04.2011

In San Pedro de Atacama trifft sich die „Rucksack-Jugend“ der ganzen Welt. Abends ist in allen Restaurants und Bars richtig was los.

Nach kleinem Frühstück im Hostal machen wir uns um 7:30 Uhr auf den Weg zur Tour Agentur. Abfahrt nach Bolivien nach Erledigung der Ausreiseformalitäten mit mehreren Kleinbussen dann doch erst gegen 9 Uhr. Es geht von 2400 m schnell bergauf. Die bolivianische Grenzstation liegt schon auf fast 4000 m mitten im NICHTS und besteht nur aus einer Schranke, einer Hütte und einem Grenzbeamten. Hier umsteigen in die Jeeps, fast ausschießlich alte, aber noch fahrbereite Toyota Landcruiser. 5 Mann/Frau pro Jeep. Gepäck auf´s Dach. Zuerst zur Laguna Blanco. Nationalpark Eintritt zahlen – 150 Bolivianos (ca 15 Euro p.P). Keine andere Währung oder Kreditkarte. Wir haben in Chile zum crazy Kurs 28000 chil. Pesos zu 311 Bolivianos getauscht, obwohl der Bankkurs eigentlich 413 Bolivianos ergeben hätte. Das sind ca 25 % Wechselaufschlag. Gleich daneben Laguna Verde, türkisfarbenes Wasser, dort gibt es Frühstück. Weiter zu einer Lagune mit einer heißen Quelle auf 4300 m Höhe – man kann im glasklaren Wasser baden. Hinauf auf 4900 m zu brodelnden Schlammlöchern. Dann wieder hinunter zur 4300 m hoch gelegenen Laguna Colorado. Diese ist durch Mikroorganismen rot gefärbt. Es gibt aber auch blaue Stellen. Vicunjas, Lamas und unzählige rosa Flamingos. Das kann man nicht beschreiben – traumhaft schön – mehr fällt mir dazu nicht ein. Direkt an der Lagune unser heutiges „sehr einfaches“ Quartier. 5 Bett Schlafräume. Hier Mittag und Abendessen mit Wein. Ich wandere dazwischen an der Lagune entlang und schieße ein paar Fotos. Marion geht es schlecht – vermutlich Höhenkrankheit – bleibt im Bett. Kopfschmerzen und abwechselnd heiß und kalt, Coca Tee und Medikamente helfen nicht wirklich. Nach Sonnenuntergang fällt die Temperatur sehr schnell auf Minusgrade. Heizung gibt´s nicht. Alle wickeln sich in mind. 3 Decken und Sclafsack ein – Buenas noches – Gute Nacht.

Do. 21.04 2011

Buenos Dias liebe Blogleser. Zuerst mal eine Bitte: Alle, die noch keinen Kommentar eingetragen haben, schreibt doch mal ein „Hallo“ rein, damit wir wissen wer alles mitliest und ob sich die ganze Mühe hier zu schreiben überhaupt lohnt. Vielen Dank. Haben gestern bei der Agentur für heute Vormittag noch die „Tatio Geysir“ Tour gebucht (~20 Eur + ~ 7 Eur Nationalpark- Eintritt p/P). Abholung um 4 Uhr vom Hostal – hat er gesagt. Punkt 4 Uhr stehen wir vor der Tür in der Kälte und warten – und warten… bis 5 Uhr. Tatsächlich kommt um 5:05 Uhr unser Mercedes Transporter und holt uns ab. Der Fahrer sagt nur: Pick Up Time 5 o´clock. All other is a problem from the agency. Wir steigen zu den restlichen 13 Teilnehmern ein und es geht in der Dunkelheit erst mal 50 km eine Straße bergauf. San Pedro de Atacama liegt auf 2440 m Höhe laut meinem GPS Tracker (Mann, was schleppe ich eigentlich alles mit um Euch diese Infomationen geben zu können). Danach geht die Straße in einen „Trail“ über. Das muss man sich in etwa so vorstellen: Du fährst mit dem Mountainbike zwischen den Schienen auf den Eisenbahnschwellen – 50 km weit bergauf. Mit einem Mercedes Transporter, wie gesagt, nicht mit einem Geländewagen. Das hält selbst der neueste Transporter max. 1 Monat aus. Dafür sind die Dinger nicht gebaut. Das ist kein Härtetest – das ist mutwillige Zerstörung von Fahrzeugen. @ Reino – Wie wärs mal mit einer neuen BMW Teststrecke? Abfahrt bei 2440 m Höhe bei 5 Grad auf 4300 m bei minus 15 Grad. Die gleiche Strecke mittags bei 25 Grad zurück. Wenn der BMW (kein Geländemodell) das täglich einen Monat aushält, nehm ich einen. Erwarte Deinen Kommentar! Aber die Bandscheibenzerstörstrecke lohnt sich. Das Tatio Geysirfeld ist das größte der Welt. Überall blubbert das kochende Wasser und der aufsteigende Dampf zaubert eine mystische Stimmung in den Sonnenaufgang. Danach Frühstück auf einem natürlichen Felstisch. Wir werden eines Besseren belehrt: Ich dachte wir waren in Chivay schon im höchsten Thermalbad. Nein – man kann in 4300 m in einem natürlichen Becken baden. Nur nicht zu nahe an die heißen Quellen kommen – 80 Grad sind definitiv zu viel. Nach der Rückfahrt gegen 14 Uhr Bandscheibenentspannung im Hostal (nein, nicht Hospital). Nochmal ein paar Worte zu den Bildern: Sie sind 1:1 vom Foto und nicht retouschiert/verändert. Das Licht, die Farben und die Klarheit sind unbeschreiblich. Ein Traum für jeden Fotografen.

Schöne Osterfeiertage